Förderverein zur Erhaltung von St. Nikolai zu Bauer in Wehrland e.V.



Orgel von Wilhelm Remler

Orgel von Wilhelm Remler in der Dorfkirche St. Nikolai zu Bauer Wehrland Die Orgel von Wilhelm Remler auf der Westempore aus dem Jahr 1866 ist eine von drei bekannten Remler Orgeln in Mecklenburg-Vorpommern.
1859 baute Remler eine Orgel für die Kirche zu Schlieffenberg und 1860 eine Orgel für die Kirche zu Basse.

Es handelt sich bei unserer Remler Orgel um ein Instrument mit mechanischen Schleifwindladen, mechanischer Ton- und Registertraktur und I. Manual C-f, II. Manual C-f und Pedal C-d.

Die Orgel wird nicht nur für kirchliche Amtshandlungen, sondern in zunehmendem Maße auch für Konzerte genutzt.

Unsere Orgel wurde dank zahlreicher Spenden im Frühjahr 2009 grundlegend restauriert und erklingt nun wieder wie neu.



Unsere Orgel erhält eine Zwillingsschwester



Ein äußerst seltenes Ereignis nimmt seinen Lauf. 153 Jahre nach ihrer Erbauung wird unsere Remler-Orgel bis auf den zehntel Millimeter vermessen und mit neuester Technik erfasst. Wer macht so etwas und warum?
Die Idee entstand schon einige Zeit vorher. In der Kirche von Jühnsdorf (Blankenfelde bei Berlin) hatte der Berliner Orgelbauer Wilhelm Remler 1870/71 auch eine seiner beliebten Orgeln eingebaut.
Leider existiert hiervon nur noch das Gehäuse, die Klaviatur, der Spieltisch mit Tontrakturen und Registerzügen. Das fanden die Jühnsdorfer sehr schade. Wer die Königin der Instrumente einmal erlebt, ihren Klang gehört und auch ihre physische Präsenz gespürt hat, der möchte so ein Instrument nicht mehr missen. Der Wunsch, der Jühnsdorfer, nach einer funktionierenden Orgel ist also verständlich. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so suchten sie nach einer Möglichkeit.
Mit der renommierten Berliner Orgelbaufirma Karl Schuke und den nötigen finanziellen Mitteln kann nun das Projekt „Kopie der Orgel“ umgesetzt werden. 3 Tage lang, vom 16. - 18. September 2019, waren die Orgelbauer von früh bis spät mit unserer Orgel beschäftigt. Diesen bedeutenden Moment wollte sich Pastor Wejener mit einigen Vertreterinnen der Jühnsdorfer Kirchgemeinde + Hündchen, Herr Schröter von der Ostsee Zeitung und eigentlich auch der Orgelsachverständige nicht entgehen lassen.
Natürlich sollten sich alle an diesem Nachmittag herzlich willkommen fühlen. So gab es spontan Kaffee & Kuchen für alle.
Zwischendurch schauten einige Urlauber und Tagesgäste neugierig in die Kirche. So erfuhr ich auch, daß es im Greifswalder Dom noch schöne Sakramentsnischen zu sehen gibt.

Wir wünschen den Jühnsdorfern und den fleißigen Orgelbauern gutes Gelingen!
Wenn alles gut geht, dann ertönt die Zwillingsschwester Ende November/Anfang Dezember 2020 in der Kirche von Jühnsdorf.
Wir kommen gerne und freuen uns schon auf das Ereignis. Toi, toi, toi….






Sachverständigenmeinung

Auszug aus dem Gutachten des Orgelsachverständigen der PEK, Herrn Rost,  vom Juli 2007:

Die von Wilhelm Remler gebaute Orgel in der Dorfkirche zu Bauer-Wehrland ist ein bedeutendes historisches Instrument.
Als einziges Instrument des wichtigen Berliner Orgelbauers in Vorpommern ist es ein Werk von besonderem orgelhistorischen Wert

Remlers Orgeln zeichnen sich durch sehr gute Materialauswahl und handwerkliche Qualität aus. Der kraftvolle, gut zeichnende und farbige Klang der Orgel in Bauer-Wehrland zeigt die künstlerische Hochrangigkeit seiner Instrumente in eindrücklicher Weise.

Die gute Raumakustik unterstützt die Klangentfaltung. Die Klangmöglichkeiten machen das Werk über die Erfordernisse in der Liturgie besonders geeignet für Orgelkonzerte.

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Zur Person von Wilhem Remler

Geboren wurde Wilhelm Remler (am 28. Oktober 1824 in Lübben (Spreewald).  Gestorben ist er am 6. Februar 1896 in Berlin.

Der Sohn eines Schuhmachers trat am 25. 6. 1839 beim Lübbener Tischlermeister Präper eine Tischlerlehre an, und wurde am 19. 4. 1843 zum Geselle gesprochen.
Wilhelm Remler ging danach 10 Jahre auf Wanderschaft um sich umfassende Kenntnisse als Orgelbauer anzueignen, bis er sichschließlich als Orgelbauer in Berlin niederließ.

Insgesamt schuf er in schwierigem persönlichen und wirtschaftlichen Umfeld mehr als 50 Neubauten, so z.B. die Orgel von St. Nikolai zu Bauer in Wehrland (1866), sowie

  • 1851 Die erste Orgel, die für eine Missionsstation in Ostindien bestimmt war, stellte         Remler in der Königlichen Akademie der Künste aus
  • 1859 Schlieffenberg/Nähe Lalendorf bei Rostock (Info's dazu: Orgelmuseum Malchow)
  • 1861 Fohrde-Tieckow
  • 1864 Mildenberg
  • 1873 Rotberg (Dahme/Spreewald)
  • 1880 Potzlow
  • 1880 Berlin (Alt-Glienicke)

Später arbeitete er auch zusammen mit seinem Sohn. Die Hauptarbeiten erstreckten sich auf den märkischen Raum. In einigen Publikationen wird sein Nachname auch "Remmler" geschrieben.Nach oben